Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen...

Heute habe ich mir eine Frage gestellt: „Ist unser epidemiologisches Streben nach Erfolg, das, was den Menschen daran hindert seine Gabe, sein Geschenk zu leben?“ Und als ob diese Frage nicht genug wäre, fällt mir eine Aussage des Dalai Lama vor die Füße. Zitat:

 

„Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art.“ 

 

Zitat Ende.

 

„Die Jagd nach Erfolg“, sie ist erstaunlich und bringt mich zum Lachen. Die Menschen rennen diesem süßen Missverständnis blindlinks in die Arme, denn die ganze Welt kann nicht falschliegen. Das Streben nach Erfolg wird zum Weg und somit zum illusorischen Fünfsterne-Hotel. Auf dem Weg dorthin, steht auf jedem Pflasterstein; „Noch nicht angekommen.“, „Noch nicht perfekt.“, „Erfolg heißt 100.000 EUR im Jahr, heißt 1.000.000 EUR im Jahr, auf dem Bankkonto.“ Oder; „Renne weiter - Schatzi, du bist noch nicht angekommen.“

 

Und so ist die Idee des Erfolges von dem Drang nach MEHR gefüttert. Gefüttert durch die Jagd nach einem Platz in der illustren Runde, der erfolgreichen Menschen, eine Hatz nachdem, dass sich mein Verstand, als Erfolg gedacht hat und natürlich verteidigen wird.

 

Erfolg ist per se nicht schlecht oder nicht willkommen. Erfolg kann als Konsequenz für etwas stehen, dass wir tun oder sind. Unser Verstand kennt den Unterschied nicht, was der Grund dafür ist, dass die Menschen Ihr Geschenk aus den Augen verlieren und somit nicht geben können. Stattdessen begegnen wir Untoten (Zombies) die auf der Suche nach dem nächsten ultimativen Host, schreiend und Elbogen-Kickend durch die Welt rennen. Es fehlt die richtige Impfung, die uns dabei unterstützt, uns auf das Mensch-Sein zu besinnen. Es ist genau das, was wir sind: Menschen, mit einem schlagenden Herzen, bebender Brust, einem Blutkreislauf, der unsere Organe mit Sauerstoff versorgt und ein Gehirn, das hilft, Aufgaben zu lösen. Leider ist das Gehirn und daraus resultiernede Verstandesmustern auch dafür verantwortlich, dass sich ein großer Teil der Menschheit mit einer tödlichen Krankheit angesteckt hat. Es ist „Die Jagd nach Erfolg“, geboren aus dem Drang, dem Bedrängenden in uns nachzugeben und es allen anderen gleich zu tun. Dabei ist es egal, wie viel Geld man auf der Bank liegen hat. Das Einzige das sich ändert, ist das „Komma“.

 

Erfolg, bewusst erlebt - aus dem Leben und Geben unserer Gabe, ist absolut gerechtfertigt. Doch „Erfolg“ ist nichts weiter als ein Wort, dass wir lieben zu nutzen, um einen Zustand zu beschreiben, der uns von den „NICHT-Erfolgreichen“ unterscheidet. Wir nutzen es, um zu beschreiben, dass es ein Leben vor meinem so wichtigen Erfolg gab und wie schwer und entbehrungsreich jeder Schritt gewesen sein muss. Es ist absolut nachvollziehbar darüber zu sprechen und doch lenkt es ab von dem, was ich in diesem Augenblick bin. Denn Frage dich mal! Bin ich meine Geschichte und meine Erfahrungen die ich gemacht habe oder doch eher das, was ich in diesem Augenblick bin. Und was wäre das?

 

Mitnichten ist es „Erfolg“. Was du bist - ohne danach zu streben – ist dieser Moment. Weniger abstrakt gesagt; „Du bist das lebende Geschenk für diese Welt, wenn es jemanden gibt, der Selbiges annehmen und wertschätzen kann“. Doch selbst dies ist nicht notwendig, wenn das Geschenk, das du für diese Welt bist, selbst bewusst erlebst. Doch aufgepasst; nicht mit dem Ziel dafür Anmerkung zu erlangen, sondern schlicht, weil du es bist. Jedes Mal wenn wir uns im „Da müsste doch jetzt Anerkennung fließen“ oder „Der Gewinner bin ich“, bewegen wir uns raus aus der Gegenwärtigkeit des Augenblicks und verstricken uns in „ZEIT“ (Zukunft). Zeit ist so klever und das nur weil es das gedankliche Gebilde unseres Verstandes ist und somit selbiges in seiner Existenz verteidigen wird. Helfen tut uns das nicht. Im Gegenteil, es lenkt ab, bringt uns zurück in die illusorische „Erfolgsspur“ und wir verlieren im Prozess den Mut, unseren Weg zugehen.

 

Schon Astrid Lindgren sagte; „Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss, wie die anderen Menschen“. Wenn du bemerkst, dass du fremdgesteuert (Verstand) den illusorischen Weg des Erfolges hinterherhechelst, dann siehe diesen als Hinweisschild, dass du dabei bist dich zu verlieren, bzw. dazu aufgewacht bist.

 

Im Grunde bräuchte ich dieser Kolumne nicht viele Worte widmen. Diese Sätze sind allerdings auch für mich eine Erinnerung, sind zu hören, während ich Wort für Wort diese Zeilen schreibe. Es ist eine reflektive Form, mir den Spiegel vorzuhalten und zu erkennen, dass sich „Erfolg“, als Konzept immer wieder in den Vordergrund spielen möchte. Meine Leidenschaft ist das Schreiben und doch verliere ich mich in Gedanken, die suggerieren, dass das Schreiben alleine kein Aspekt von Erfolg ist. Erfolgreich umgesetzt ist Schreiben nur, wenn meine Bücher beispielsweise publiziert worden sind. Erfolg wäre, wenn diese von Millionen von Menschen gelesen werden und die Presse darüber berichtet. Erfolg ist das, was sich mein Verstand ausdenkt, damit er sich wertig in Szene setzen kann und bei der nächsten Party über den erfolgreichen Menschen und Schriftsteller Sven Kaven, vom Sein-Netzwerk sprechen kann. Wie würde es aussehen, wenn dies nicht notwendig ist? Freude liegt im Schreiben und ich empfinde Selbige in diesem Augenblick, jetzt wo ich diesen Absatz schreibe und mit den nächsten Worten zum Ende bringe.

 

Natürlich bedeutet dies nicht, auf die Veröffentlichungen meiner Geschichten zu verzichten oder den Menschen vorzuenthalten. Denn so wie der Dalai Lama eingangs im Zitat sagte; „Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art.“ Insbesondere „Liebende aller Art“ tun es mir an. Im Grunde eine einfache und einleuchtende Aussage. Wenn wir tun, was wir lieben, so sind wir die Liebenden, die ihre Geschenke schnüren. Sie erleben sich selbst als das Geschenk, Gebender, Schenkender und bringen somit Freude zu denen, die diese Geschenke annehmen können. Ganz einfach gesagt; „Etwas, das aus dem SEIN geboren wird, kann nur Freude auf beiden Seiten bringen.“ Nenne es, wie du willst. Erfolg, Anerkennung, Errungenschaft, Bilanz, Durchbruch oder ganz einfach nur „Konsequenz“. Es ist erlebbar und braucht die Jagd nach Erfolg nicht. Die Hatz nach Erfolg ist der „Killer“ deiner kreativen Schöpfungen, denn es geht nicht mehr um das, was dich bewegt, sondern um den „Erfolg“, der als anerkennendes Symbol herhalten muss. Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr.

 

Er braucht dich!

 

Sven Kaven

 

P.S. Im August 2021 starte ich das Training zu "Schreibe Dich Leer", hier auf dem SEIN Netzwerk. Falls du dabei sein möchtest, komme bereits jetzt in unsere Facebook Gruppe. Über diesen Link kommst du zu uns!

 

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Dein SEIN Kolumnist Sven Kaven

✍️Schriftsteller, integrierter Achtsamkeitslehrer nach MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction), Menschen-Fotograf und Langstreckenwanderer. Sven tut, was er liebt. Er lebt die Leidenschaft des Lebens und geht mit Neugierde in die Geheimnisse, die ihm jeder Moment aufs neue zeigt ... Moment für Moment. Sven wird dich im 14-Tägige-Rhythmus auf eine Reise in das Thema; "Leben im Jetzt, mit Gewahrsein und Mitgefühl" - mitnehmen. Durch seine Arbeit als Achtsamkeitslehrer fließt die eigene „Mindfulness-Praktice“ in die täglichen Herausforderungen, die sich ihm aber auch allen anderen Menschen stellen.

 

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