Das süße Missverständnis

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Von: Sven Kaven

Das süße Missverständnis


Ich sitze gerade in meinem Appartement in München. Wie im Rest Deutschlands ist hier mittlerweile der Schnee angekommen. Das gesamte Land ist im Griff des Winters. Es ist ein guter Winter, ein frostiger Winter. Die perfekte Zeit, für ein paar Zeilen; unvermeidbare Zeilen, die darüber sprechen, was bereits im Geiste ausgesprochen ist.

 

Im Geiste ausgesprochen, wenn aus dem Herzen angeregt und folglich durchgeführt, ist das kraftvollste und im Grunde leichteste, dass ein Mensch tun kann. Das kann sich zeigen, in dem wir unseren Worten Taten folgen lassen. Es ist doch faktisch so, dass die Menschheit die meiste Zeit im Verstand verbringt. Zugegebenermaßen, nicht wissend, dass dies der Fall ist. Und so tun Menschen im Grunde sagenhaft viel in der Unbewusstheit des Autopiloten. Der, der alles weiß; bereits erlebt hat; weiß, was richtig oder falsch ist; weiß, das rechts das Gaspedal ist und links die Bremse; weiß, dass die Sonne am Morgen aufgeht und am Abend unter. Der, der einfach alles weiß, ohne je zu erfahren, was es heißt, nicht zu wissen und diesen Umstand zu lieben.

 

Also versuchen wir es doch mal mit einem Perspektivwechsel. Es darf ein Wechsel sein, der nichts abverlangt, sondern das Gewahrsein für das, was Moment für Moment geschieht erweitert. Ist es nicht so, dass die Sonne, wenn sie irgendwo untergeht, sich den Augen an anderer Stelle im Morgenrot zeigt? Und ist es nicht auch so, dass die ultimative Wahrheit an anderer Stelle nur der zarte Schein der Theorie von allem sein kann. Und ist es nicht darüberhinaus so, dass es ohne Licht keine Schatten geben könnte? Und doch verdammen Menschen nächte - gequält von Alpträumen - ihr komplettes Leben und übersehen die Ankunft eines neuen Tages, der gleichwohl irgendwo auf  dieser wundervollen Erde die Ankunft der Nacht einläutet.

 

Das süße Missverständnis liegt in unserer Destruktivität zu vielem, was wir leben und lieben. Man könnte sagen, dass die Exekutive im Geiste eines Menschen, die Legislative des Herzens übernimmt. In anderen Worten, der Mensch versteht oder missversteht die Kraft der Legislative, die in seinem Herzen für den Pulsschlag und die Lebendigkeit eines Menschen sorgt. Sie lebt im Augenblick des Momentes, Moment für Moment. Sie zeigt sich, wenn der Mensch lernt, die innere Intelligenz zu verstehen und ihr zu vertrauen. Tut die Menschheit dies, so kann der Verstand zu einem nützlichen Partner werden. Er wird zur Exekutive und zu einem vertrauenswürdigen Partner des Herzens – der Legislative.

 

Das Missverständnis liegt in der Annahme, dass unser Verstand alles lösen kann, selbst wenn Selbiger die Ursache für die meisten menschgemachten Probleme auf dieser Welt ist. Zugegebenermaßen ist der Verstand ein wundervolles Werkzeug, das allerdings nichts vom Leben und Lieben versteht. Hierzu brauchen wir nur auf das zu schauen, was sich mit weicher und liebevoller Stimme meldet. Wann agierst du endlich an Dingen, die dein verrücktes Herz dir immer wieder wie eine Souffleuse ins Ohr flüstert?

 

Es sind nicht die aus Ego geborenen Umsetzungen, die einen Menschen erfüllen und brennend erleben lassen. Es sind die Dinge, die du geboren aus dem Herzen, mit Hilfe deines Verstandes umsetzt. Es geht nie darum, irgendetwas zu erreichen, da dies nur impliziert, dass das womit du bist, nicht gut genug ist. Es geht aber auch nicht darum, Wundervolles auf dem Weg liegen zu lassen oder nicht zu kreieren.

 

Verstehe! Es geht nur darum, mit dem süßen Missverständnis deines Lebens aufzuräumen, in dem du zum besten Freund und Freundin deines Herzens wirst; deinem Verstand dem Platz zuweist, wo er am besten für dich arbeiten kann und deine Kreationen anfangen dich zu zeigen. Schau einfach mal, ob du diesen Perspektivwechsel für dich realisieren kannst, und steige ein in das, was dich zu Wasser werden lässt; was dich in seiner Klarheit, Leichtigkeit und Verbundenheit erfahren lässt.